UNSER KONZEPT

Unsere Leidenschaft zu den spanischen Pferden, gepaart mit einer kompromisslosen Vorstellung von fairem Pferdehandel, führte 2016 zur Gründung des Unternehmens PRE Herz & Verstand. In Kooperation mit einem exklusiven Gestüt in Spanien mit besten Aufzuchtbedingungen wählen wir jedes Jahr unter den neugeborenen Fohlen unsere zukünftigen Verkaufspferde aus. Wir kennen somit alle Pferde ausnahmslos von Geburt an und begleiten sie in ihrer Entwicklung. Zwei- oder spätestens dreijährig kommen sie zu uns nach Köln und erhalten von uns persönlich eine schonende Ausbildung entsprechend ihres Entwicklungsstandes. Alle bisherigen Verkaufspferde zeichnen sich durch ein besonderes Urvertrauen aus und bringen damit neben ihrer körperlichen Unversehrtheit die besten Voraussetzungen für einen verlässlichen Lebenspartner mit. 

Wie kam es dazu?

2009 lernte ich (Laura) eine Gestütsbesitzerin aus Cordoba kennen - eine Züchterin aus Leidenschaft und ganz viel Liebe zu ihren Pferden in zweiter Generation. Auf 1000 ha Weideland gebären Matildes Stuten in Freiheit und die Fohlen genießen eine nahezu perfekte Aufzucht. Von Geburt an lernen sie den Menschen als Vertrauensperson kennen. Die Zuchthengste leben zwar in Boxen, befinden sich jedoch tagsüber im Wechsel auf großen Paddocks. Aus Überzeugung begann ich 2016 mit der Vermittlung ihrer Jungpferde nach Deutschland. Die Nachzuchten sind meist innerhalb Spaniens bis zum zweiten Lebensjahr verkauft. Das erschwert die Vermittlung nach Deutschland, denn nur wenige sind auf der Suche nach einem Fohlen, aus verschiedensten sehr nachvollziehbaren Gründen. Da kam mir die Idee diese Gründe zu erörtern und ein passendes Konzept dafür zu entwickeln. 

Ich (Agnes), seit 2016 von der Faszination PRE gepackt, war eine der ersten Kundinnen, die Lauras Konzept in Anspruch nahm. 2018 fand ich mein Traumpferd Piropo Cas, den ich nach meinem Kauf mit bestem Gewissen noch ein Jahr in Spanien zur Aufzucht lassen konnte und ihn erst dann in eine Junghengstgruppe zu mir nach Deutschland holte. Überzeugt von Lauras Konzept, stieg ich 2020 in PRE Herz & Verstand mit ein. Gemeinsam planten wir den Schritt, die Verkaufspferde zu uns nach Deutschland zu holen und freuen uns sehr, dass wir dies nun endlich verwirklichen können. 

Was beeinflusste unser Konzept?

Ich (Laura) habe durch Freunde, Reisen und Praktika bisher viele spanische Pferdebesitzer und Gestüte kennengelernt. Dabei musste ich feststellen, dass vielerorts nicht einmal die Grundbedürfnisse der Pferde gestillt werden. Dazu gehören u.a. Sozialkontakt, freie Bewegung, frische Luft, Tageslicht, Zugang zu Trinkwasser und ausreichend Raufutter. Zudem steht selbst bei vielen renommierten Adressen ein unschöner Umgang geprägt von Stress an der Tagesordnung. Hektische, grobe Bewegungen der Menschen, weit aufgerissene Pferdeaugen, zugeschnürte Mäuler, Rollkur und grobe Nutzung von Sporen sind dort leider ganz normale Szenarien. Wichtig ist mir an dieser Stelle zu betonen, dass dies mit Sicherheit niemals aus böser Intention passiert, vielmehr aus Unwissenheit und mangelnder Selbstreflexion. Jedoch macht es das für das Pferd nicht besser.

Die Faustregel in Spanien besagt, dass Jungpferde bis dreijährig, in "Freiheit" leben. Die Stuten haben meist Glück und leben auch fortlaufend draußen. Als Hengst ist spätestens dreijährig (je nach Potenz und Erscheinung auch schon früher) der Ernst des Lebens eingetroffen. Gelegt wird ein Hengst niemals ohne triftigen Grund. Box, Eisen drauf, meist ausgebundenes Longieren und ein zügiges Anreiten stehen von nun auf dem Plan. Das bedeutet: 23 Stunden Box und eine Stunde ungesundes Training für ein Jungpferd, das körperlich und psychisch noch lange nicht ausgereift ist. Eine gesunde, robuste Entwicklung des Bänder- und Sehnenapparates ist auf diese Weise nicht möglich. Aufgrund von alledem gepaart mit meist mangelndem Raufutterangebot, treten immer wieder Verhaltensstörungen auf. Die Pferde fressen ihren eigenen Kot, weben, wirken resigniert, oder schnappen. Das Schlimmste waren kleine, betonierte schlauchförmige Boxen, ohne Fenster, die sich wiederum innerhalb einer fast fensterlosen Halle befanden. Nein, das war kein Hinterhofhändler, sondern ein Gestüt mit Namen. Ich reiste wegen eines Rapphengstes an, in den ich mich über ein Video verguckt hatte. Ich ließ ihn mir vorreiten, aber für mich war ab dem Zeitpunkt der Boxen entschieden, dass ich hier nicht kaufe. Dem Hübschen wäre zwar geholfen gewesen, aber ich hätte mit meinem Kauf dazu beigetragen, dass sich unseriöser Handel fortsetzt. Das nächste Pferd hätte seine Zelle bezogen. 

Der PRE-Markt boomt. Diese Schönheiten mit langer wallender Mähne und imposanten Bewegungen sind in aller Munde. Aber das birgt Gefahr, besonders in einem wirtschaftlich schwachen Land wie Spanien. Salopp gesagt kauft und züchtet jeder Hinz und Kunz Pferde, in der Hoffnung, sie später mit Gewinn zu verkaufen. Sachverstand liegt nicht immer vor. Das Überangebot drückt die Preise stark nach unten. Qualitativ schlechte Pferde werden zu Spottpreisen an Händler verkauft, die dann wiederum oft ins Ausland verkaufen. Viele Endverbraucher legen keinen Wert auf Rassestandards oder eine artgerechte Aufzucht. Qualitativ gute Pferde haben noch immer ihren Preis, aber kaum einer möchte dafür einen entsprechenden Preis bezahlen. Das war einmal anders, erzählen mir die Züchter.

Warum erzählen wir das?

​Nicht, um andere schlecht zu reden. Es soll zeigen, warum unser Konzept entstand. All die oben genannten Aspekte möchten wir nicht vertreten, aus unserer Liebe zu den Pferden. Unser Wunsch ist es, Interessierte dieser wunderbaren Pferderasse dafür zu sensibilisieren, kritisch zu hinterfragen. Hübsche Fotos und nette Texte verleiten schnell dazu, der Realität nicht ins Gesicht zu schauen und ein Auge zuzudrücken. Ein Mitleidskauf hilft zwar dem einen, nicht aber den vielen weiteren Pferden, die daraufhin nachrücken. Wichtig ist uns abschließend zu sagen, dass diese nicht tiergerechten Zustände selbstverständlich nicht nur in Spanien, sondern auch u.a. in Deutschland zu finden sind.

Vielen Dank für dein Interesse!